Überweisung erhalten – wie geht es jetzt weiter?

Überweisung erhalten – wie geht es jetzt weiter?

Wenn Sie von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt eine Überweisung bekommen, ist das oft der Beginn eines neuen Abschnitts in Ihrem Behandlungsweg. Vielleicht sollen Sie zu einer Fachärztin, in eine Klinik oder zu einer bestimmten Untersuchung. Doch was passiert eigentlich, nachdem Sie die Überweisung erhalten haben – und was können Sie selbst tun, damit alles reibungslos abläuft? Hier erfahren Sie, was Sie erwarten können.
Was bedeutet eine Überweisung?
Eine Überweisung ist die formelle Weiterleitung Ihrer Behandlung von der Hausärztin oder dem Hausarzt an eine Fachärztin, einen Facharzt oder eine andere medizinische Einrichtung. Sie enthält wichtige Informationen über Ihre Beschwerden, bisherige Diagnosen und den Grund für die Weiterbehandlung.
In Deutschland ist eine Überweisung in vielen Fällen notwendig, um bestimmte Fachärztinnen und Fachärzte aufzusuchen – insbesondere, wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind. Sie dient außerdem dazu, Doppeluntersuchungen zu vermeiden und die Behandlung besser zu koordinieren.
Wer nimmt Kontakt auf?
Was nach der Ausstellung der Überweisung passiert, hängt davon ab, wohin Sie überwiesen wurden.
- Zur Fachärztin oder zum Facharzt: In der Regel vereinbaren Sie selbst einen Termin. Auf der Überweisung steht, zu welcher Fachrichtung Sie gehen sollen. Die Kontaktdaten finden Sie meist online oder über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Tel. 116 117).
- In eine Klinik oder ein Krankenhaus: Wenn Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt Sie direkt in eine Klinik überweist, meldet sich diese meist bei Ihnen, sobald die Überweisung eingegangen ist. Sie erhalten dann eine schriftliche Einladung oder einen Anruf mit Terminvorschlägen.
- Zu Therapeutinnen oder Therapeuten (z. B. Physiotherapie, Ergotherapie): Hier müssen Sie in der Regel selbst einen Termin vereinbaren. Beachten Sie, dass die Überweisung nur für eine bestimmte Zeit gültig ist – meist für 28 Tage ab Ausstellungsdatum.
Wenn Sie unsicher sind, wer den nächsten Schritt macht, fragen Sie am besten gleich in der Praxis nach, bevor Sie gehen.
Wartezeiten und Terminservice
Die Wartezeiten auf Facharzttermine können je nach Region und Fachrichtung unterschiedlich lang sein. Wenn Sie gesetzlich versichert sind und dringend einen Termin benötigen, können Sie sich an die Terminservicestelle (116 117) wenden. Diese hilft Ihnen, innerhalb einer bestimmten Frist einen Termin zu bekommen – entweder in einer Praxis oder in einem Krankenhaus.
Bei planbaren Behandlungen können Sie außerdem selbst entscheiden, in welche Klinik Sie gehen möchten. Informationen zu Wartezeiten und Spezialisierungen finden Sie auf den Webseiten der Krankenhäuser oder über Ihre Krankenkasse.
Vorbereitung auf den Termin
Sobald Sie einen Termin haben, sollten Sie sich gut vorbereiten. Lesen Sie die Terminbestätigung oder das Einladungsschreiben sorgfältig durch. Dort steht, ob Sie nüchtern erscheinen müssen, welche Unterlagen Sie mitbringen sollen oder ob Sie bestimmte Medikamente vorher absetzen müssen.
Notieren Sie sich Fragen, die Sie stellen möchten – etwa zu Ablauf, Risiken oder Nachsorge. So stellen Sie sicher, dass Sie im Gespräch nichts vergessen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, können Sie auch eine vertraute Person mitnehmen.
Nach der Untersuchung – wie geht es weiter?
Nach der Untersuchung oder Behandlung erhalten Sie in der Regel einen Befundbericht. Dieser geht entweder direkt an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder wird Ihnen persönlich mitgegeben. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt bespricht dann die Ergebnisse mit Ihnen und entscheidet, ob weitere Schritte notwendig sind.
Wenn eine weitere Überweisung oder eine Anschlussbehandlung erforderlich ist, wird das meist direkt veranlasst. Sie können jederzeit um eine Kopie Ihrer Befunde bitten, um selbst den Überblick zu behalten.
Wenn Sie nichts hören
Manchmal kann es vorkommen, dass eine Überweisung nicht ankommt oder sich die Terminvergabe verzögert. Wenn Sie nach zwei bis drei Wochen noch keine Rückmeldung erhalten haben, ist es völlig in Ordnung, nachzufragen. Wenden Sie sich zuerst an die Praxis oder Klinik, an die Sie überwiesen wurden. Sollte dort keine Überweisung eingegangen sein, kann Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt diese erneut senden.
Tipps für einen reibungslosen Ablauf
- Fragen Sie nach, wenn Sie unsicher sind. Ärztinnen und Ärzte sind es gewohnt, Abläufe zu erklären.
- Behalten Sie Ihre Termine im Blick. Nutzen Sie Kalender oder Apps, um Fristen und Termine zu notieren.
- Nehmen Sie Unterlagen mit. Befunde, Medikamentenlisten oder frühere Arztbriefe helfen, Doppeluntersuchungen zu vermeiden.
- Nutzen Sie digitale Angebote. Viele Praxen bieten Online-Terminbuchung oder elektronische Patientenakten an.
Eine Überweisung ist oft der erste Schritt zu einer gezielten Behandlung. Wenn Sie wissen, wie der Prozess funktioniert, können Sie aktiv mitwirken und sich sicherer fühlen – auf dem Weg zu Ihrer bestmöglichen Versorgung.

















